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Gera-Radwanderweg
Erfurt, Fischmarkt Erfurt, Fischmarkt
Erfurt, Fischmarkt

Kultur & Landschaft zwischen Rennsteig und Thüringer Becken

Der Gera-Radwanderweg in der Presse


"Alles selbst erradelt"
TLZ 10.04.2010
von Angelika Haubner

Erfurt, (tlz) Der Gera-Radweg ist zwar Thüringens kürzester Radfernweg, zugleich aber ein wichtiger Baustein im Radwegenetz des Freistaats. Seit gestern liegt erstmals eine detaillierte Beschreibung der Route vor. Die 75 Kilometer von der Schmücke bis nach Gebesee können an einem Tag bewältigt werden. Die Streckenführung fanden Pedalritter bisher in der Radfahrkarte Mittelthüringen oder in den Prospekten der Tourismus Gesellschaft. "Ich dachte immer, das reicht", verriet gestern Dr. Lutz Gebhardt vom Verlag "grünes herz". Er selbst sei mit Leib und Seele Radfahrer. Diese Leidenschaft sei sogar Schuld daran, dass er Verleger geworden ist. Zu einer Reihe von Thüringer Radfernwegen habe er bereits so genannte Spiralos herausgebracht. "Die Gera kam, obwohl sie vor meiner Haustür fließt, relativ spät an die Reihe", gestand der Verleger und Autor.
Für die Publikation radelte der Autor dreimal die Strecke ab. "Dabei musste ich die Route aus der Sicht des Fremden erkunden, ihm sagen, woran er sich orientieren kann, wenn er ein Schild übersieht." Auf dem letzten Abschnitt zwischen Erfurt und Gebesee wurde Gebhardt selbst zum Fremden, denn diesen kannte er noch nicht. Prompt verfuhr er sich in Elxleben. In seinem Spiralheft findet sich deshalb eine genaue Beschreibung der Streckenführung durch den Ort.
Nicht nur in diesem Fall liefert der Autor viele praktische Informationen. So erfährt der Radfahrer, ob vor ihm ein asphaltierter Radweg liegt oder ob sich sein Hinterteil auf Kopfsteinpflaster einstellen muss. Zudem erhält er Tipps für Abstecher und Verbindungen mit anderen Radfernwegen, zum Übernachten und Einkehren sowie kulturhistorische Informationen zu den Orten und Sehenswürdigkeiten.
Für Erfurt listet der Radwegführer neben bekannten Attraktionen wie Domberg und Krämerbrücke auch eine einmalige Besonderheit auf: den einzigen Radfernweg in Deutschland, auf dem das Radfahren abschnittsweise verboten ist. Die Bahnunterführung sei schon eine irre Sache, heißt es da. Erst wurden Millionen verbaut und dann stellte sich heraus, dass nicht genug Platz ist. Nun müssten die Radtouristen für den Planungsfehler büßen.
Erfurts Tourismuschefin Dr. Carmen Hildebrandt hofft für die Zukunft auf eine neue Wegeführung entlang der Bahntrasse und durch den Tunnel Löberstraße, bei der die Radler im Sattel bleiben können. Andere Verbesserungen auf den 22 Kilometern, die der Radfernweg durch die Landeshauptstadt führt, werden bereits in diesem Jahr in Angriff genommen. So werden zwischen Möbisburg und Molsdorf das letzte Stück holpriger Wirtschaftsweg befestigt und in der Michaelisstraße das Kopfsteinpflaster durch Asphalt ersetzt.