Zuwachs im Nordosten
Das Radwegenetz im Weimarer Land bekommt in diesem Jahr Zuwachs: Noch im Frühjahr soll zwischen Auerstedt und Bad Sulza ein Zubringer gebaut werden, der das Weltdorf an den Ilmtal-Radwanderweg anbindet. Das Bitumenband von gut zwei Kilometern Länge wird zu fast zwei Dritteln über den ländlichen Wegebau finanziert. Für die restlichen 800 Meter - deklariert als touristischer Weg - hat die Thüringer Aufbaubank einen Fördersatz von 90 Prozent in Aussicht gestellt.
"Das war ein schweres Unterfangen", deutet Hans-Jürgen Dietsch vom Sachgebiet Tourismus beim Amt für Wirtschaftsförderung und Kulturpflege immense Probleme im Vorfeld an. Da die mitten durch ein Feld verlaufende ursprüngliche Trasse nicht wieder genutzt werden konnte, waren Verkaufsverhandlungen mit vielen Eigentümern notwendig. Sie wurden dadurch erschwert, dass die zuletzt vor 150 Jahren vermessenen Flächen neu zu bestimmen waren und dabei wegen der Lage an der Landesgrenze auch das Landesvermessungsamt von Sachsen-Anhalt zu Rate gezogen werden musste. "Doch inzwischen läuft die Ausschreibung, die Förderbescheide liegen vor", so Dietsch, der die Arbeiten am Radwegenetz im Landkreis koordiniert.
Noch offen ist hingegen, ob das Netz 2006 auch in westlicher Richtung ausgedehnt wird: So soll ein Radweg die Therme in Hohenfelden mit der Landeshauptstadt verbinden, weiter nördlich eine Trasse vom Weimarer Ortsteil Tröbsdorf durch das Grammetal bis nach Hopfgarten führen. "Doch Hopfgarten, das für 1300 Meter aufkommen müsste, will, kann aber derzeit nicht", gehört dieses Vorhaben für Dietsch zunächst noch auf die Wunschliste.
In dieser finden sich auch einige Abschnitte auf dem 74 Kilometer langen Ilmtal-Radwanderweg durch das Weimarer Land. Davon sind zwar bereits 85 Prozent in Bitumen ausgebaut und von einer Qualität, die wenigstens in den neuen Ländern ihresgleichen sucht. Allein der Zustand der übrigen zehn Kilometer ist zum Teil extrem schlecht: Dazu zählt ein 500 Meter langer Abschnitt in der Kranichfelder Aue, der im Zusammenhang mit dem Neubau der Auenbrücke instand gesetzt wird, gehören 1000 Meter sandgeschlämmte Schotterdecke zwischen Mellingen und Taubach sowie die Anbindungen an den Radweg in Nauendorf bei Apolda und Oberroßla.
Als kreuzgefährlich für Radwanderer stuft Dietsch die B 87 zwischen Bad Berka und den Dämm-stoffwerken ein - dennoch lehnt das Straßenbauamt bislang einen straßenbegleitenden Radweg ab. Auch zwischen Buchfart und Oettern fehlt noch die Alternative zur Bundesstraße B 87. Dietsch aber verliert den Optimismus nicht: Wurden doch allein im Vorjahr 1085 Meter an diesem Radweg neu gebaut.
11.01.2006 Von Sibylle Göbel TLZ Weimar