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Gera-Radweg
Staatskanzlei Erfurt Staatskanzlei Erfurt
Staatskanzlei Erfurt

Etappe 4

Am Dreienbrunnenbad erreichen wir den südlichen Rand der Innenstadt von Erfurt. Seit 1898 erfolgt hier durch das Papierwehr - über das der Radweg geführt wird - eine Regulierung der Gera, die dabei interessanterweise für einige Kilometer ihren Namen verliert.

Impressionen der Etappe 4

Der Hauptstrom wird als künstlich angelegter Wasserlauf um die Erfurter Innenstadt herumgeführt und schützt diese vor Hochwasser, während der abzweigende "Bergstrom" die innerstädtischen Wasserläufe speist. Aus diesem entwickelt sich einige hundert Meter flussabwärts der "Walkstrom". Beide Wasserläufe treffen sich mitten in der Altstadt - zwischen Langer Brücke und Meister-Eckehart-Strasse -  wieder und fließen nun als Breitstrom "Breitstrom" der Krämerbrücke zu. Nördlich der Innenstadt - im sogenannten Venedig - zweigt schließlich die "Schmale Gera" ab, die ihren Weg eigenständig durch das Thüringer Becken zur Unstrut fortsetzt. Die Gera selbst firmiert vom Venedig an als "Wilde Gera", um sich schließlich mit dem Flutgraben wieder zur Gera zu vereinigen.


Der Gera-Radweg folgt bis zum Hauptbahnhof dem "Flutgraben", der nach der Entfestigung der Stadt Ende des 19. Jahrhunderts im Bereich der ehemaligen Wallanlagen entstand. Zu dieser Zeit wurden auch zwei Schwimmbäder errichtet: Das Kressepark Dreienbrunnenbad (das ehemalige Frauenbad) ist in seiner gründerzeitlichen Substanz nahezu original erhalten geblieben. Das Gelände des Espachbades (das ehemalige Männerbad) wurde zu einem Spiel- und Bürgerpark umgestaltet. Nahe des Dreienbrunnenbades lohnt auch der Kressepark einen Besuch. Das hier vorhandene Quellwasser speiste ab 1769 die so genannten Klingen - Wasserbecken, in denen im großen Stil Brunnenkresse angebaut wurde.

Am Dreienbrunnenbad befindet sich in den Sommermonaten eine Kanustation. (Kontakt: Bewegen e.V., Tel. 0361 / 3460709)

WilhelmsstiegVom Dreienbrunnenbad aus verläuft der Gera-Radweg durch den Luisenpark, der Anfang des 20. Jahrhunderts auf der so genannten Steinbrückinsel zwischen Flutgraben und Bergstrom entstand. Der damalige Stadtgartendirektor Otto Linne gestaltete diesen Teil der Geraniederung nach landschaftlichen Gesichtspunkten zu einem "Erholungspark". Der Park bildet den Auftakt des Grünzuges entlang des Flutgrabens, der nach einem umfassenden Gestaltungskonzept unter Einbeziehung des Wasserlaufes und der Brückenbauwerke entstand und mit der benachbarten Villenbebauung ein harmonisches Ganzes bildet. 

Pförtchenanlagen (hist. Ansichskarte)Entlang der Strecke finden sich zwei Denkmale, die an wichtige Personen der Stadtgeschichte erinnern: Das Christian-Reichart-Denkmal unweit der Pförtchenbrücke erinnert an den Begründer des Erfurter Gartenbaus. Das Denkmal an der Löberstrasse ist Bürgermeister Richard Breslau gewidmet, in dessen Amtszeit von 1872 bis 1889 die Grundlagen für die Entwicklung Erfurts zu einer modernen Großstadt geschaffen wurden.

Auf dem Weg zum Hauptbahnhof kommen wir an geschichtsträchtigen Bauten vorbei. Unmittelbar an der Eisenbahnunterführung in der Puschkinstraße befand sich in einem markanten Gründerzeitgebäude viele Jahre die Polizeidirektion-Süd. Seit 2005 ist das Gebäude mit Erfurts erstem Hostel ein Anlaufpunkt für junge Reisende aus aller Welt.

In direkter Nachbarschaft findet sich die einzige neugotische Stadtkirche Erfurts. Die 1902 geweihte Thomaskirche entstand an Stelle eines kleinen Vorgängerbaus in der Löberstraße. Regelmäßig ermöglicht die Gemeinde den Besuch des Kirchturms, der einen einzigartigen Blick auf das Stadtgebiet bietet.

Der Treppenaufgang zum Stadtpark auf der so genannten "Daberstedter Schanze" markiert den Schlusspunkt des Grünzuges. Hier befand sich bis 1873 eines der wichtigsten Festungsbauwerke Erfurts. Die Umgestaltung zum Stadtpark erfolgte ab 1908.
 

Durch das Bahnhofsviertel führt der Radweg nun in die Erfurter Altstadt. Im Bereich der Bahnhofstraße ist erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich, da sich hier ein Hauptknotenpunkt des städtischen Nahverkehrs befindet. Am Bahnhofsvorplatz liegt das berühmte Hotel "Erfurter Hof". Am 19. März 1970 fand hier das erste deutsch-deutsche Gipfeltreffen zwischen dem damaligen Bundeskanzler Willy Brandt und dem DDR-Ministerpräsidenten Willi Stoph statt. Die Leuchtschrift: "Willy Brandt ans Fenster" erinnert heute an diesen historischen Tag.
Der Erfurter Hauptbahnhof zählt nach seiner Umgestaltung zu den modernsten Bahnhöfen Deutschlands. Nach sieben Jahren Bauzeit wurde er 2008 neu eröffnet und im darauffolgenden Jahr zum "Bahnhof des Jahres 2009" gekürt. Die Verbindung des alten Portals aus dem Jahre 1893 mit einer modernen Glasarchitektur ist einzigartig. Im Jahr 2017 soll die neue ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München, Erfurt zum ICE-Knotenpunkt Mitteldeutschlands machen.
Neben dem Hauptbahnhof befindet sich eine Fahrradstation, in der Fahrräder sicher untergestellt werden können.

Auf Nebenstraßen führt der Gera-Radweg in die Mitte der Stadt. Dort, wo der Gera-Radweg den Juri-Gagarin-Ring kreuzt, floss noch vor kaum mehr als 100 Jahren die Wilde Gera. Auch die Straße "Hirschlachufer" verweist auf einen ehemaligen Wasserlauf.

Wer Erfurt nicht kennt, sollte genügend Zeit mitbringen, um die zahlreichen Sehenswürdigkeiten anzusehen und das Flair der Stadt zu genießen. Die Altstadt lässt sich am besten zu Fuß entdecken. Idealer Ausgangspunkt ist die Tourist-Information am Benediktsplatz, die auch regelmäßige öffentliche und thematische Stadtführungen anbietet. Wer lieber individuell auf Entdeckungstour geht, findet hierzu viele Anregungen unter www.erfurt.de und www.erfurt-tourismus.de.

Dom und SeverikircheDer mittelalterliche Stadtkern zu Füßen des beeindruckenden Ensembles von Dom und Severikirche ist einer der am besten erhaltenen und flächenmäßig größten Deutschlands. Das Augustinerkloster, die Predigerkirche, heute evangelische Hauptkirche und nach dem Dom die zweitgrößte Kirche Erfurts sowie die Festungsanlagen auf der Zitadelle Petersberg, eine der ältesten Stadtfestungen, sind eindrucksvolle Beispiele mittelalterlicher bzw. frühneuzeitlicher Baukunst. Allein 18 der zahlreichen Erfurter Kirchen stammen aus dem Mittelalter. Daneben künden viele sorgfältig restaurierte Renaissance- und Fachwerkhäuser vom ehemaligen Reichtum der Stadt. Lohnend ist auch eine Besichtigung des Rathauses, das von 1870 bis 1874 im Stil der Neugotik erbaut wurde. Es besitzt zahlreiche Wandgemälde im Treppenaufgang und Festsaal. Sie stellen Legenden und Szenen aus dem Leben Luthers und Bilder aus der Erfurter und Thüringer Geschichte und Sagenwelt dar. Besonders sehenswert sind auch die ehemalige kurmainzische Statthalterei in der Regierungsstraße, die heute die Staatskanzlei beherbergt (keine Besichtigung möglich) und die Predigerkirche.

Breitstrom an der SchlösserbrückeDie verschiedenen Arme der Gera prägen die Altstadt von Erfurt in malerischer Weise. Dieses Flair lässt sich besonders gut auf einem der Stege der Cafes in der Kürschnergasse genießen. Vis-a-vis lohnt die klassizistische Kleine Synagoge einen Besuch. Ein sehenswertes Zeugnis der Verbindung von Stadt und Fluss ist die 1736 errichtete Neue Mühle. Den Besucher erwartet neben der funktionstüchtigen Mahlmühle eine Ausstellung zum Mühlenwesen. Seit 1996 wird die Wasserkraft auch zur Stromerzeugung genutzt.
Eine Reihe weiterer Museen und Galerien im Stadtzentrum lohnen einen Besuch - beispielhaft genannt seien das Angermuseum, das Stadtmuseum, das Naturkundemuseum mit der einzigartigen Arche Noah, die Kunsthalle und das Volkskundemuseum.
Sehr sehenswert ist die Alte Synagoge in der Waagegasse, nahe dem Benediktsplatz. Das in den 90-er Jahren wiederentdeckte Gebäude ist die älteste bis zum Dach erhaltene Synagoge Mitteleuropas, deren Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Heute wird in dem geschichtsträchtigen Gebäude eine Ausstellung über die Kultur und die Geschichte der Erfurter jüdischen Gemeinde im Mittelalter gezeigt sowie der "Erfurter Schatz" präsentiert. Dieser ist in Umfang und Zusammensetzung einmalig. Das herausragende Stück des Schatzes ist ein goldener jüdischer Hochzeitsring aus dem frühen 14. Jahrhundert. Gleich hinter der Krämerbrücke kann man sich ein mittelalterliches, jüdisches Tauchbad, eine sogenannte Mikwe ansehen.
Auf die Spuren der "Blumen- und Gartenstadt Erfurt" begibt man sich auf dem Gelände der Erfurter Gartenbauausstellung "egapark Erfurt" mit dem Deutschen Gartenbaumuseum im Westen der Stadt.

Impressionen am Wasser

Höhepunkt der "Stadt am Wasser" ist zweifelsohne die Krämerbrücke. Die 1325 errichtete steinerne Bogenbrücke über die Gerafurt, durch die einst die Handelsstraße Via Regia führte, ist die einzige vollständig mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke nördlich der Alpen. Die Gassen Krämerbrücke rund um die Krämerbrücke bilden das Herz des alten Erfurts. Von hier führt der Gera-Radweg durch die Michaelisstraße, am wieder aufgebauten "Collegium Maius" (dem Hauptgebäude der ehemaligen mittelalterlichen Universität) vorbei nach Norden. Nicht weit entfernt befindet sich auch das Augustinerkloster, in dem Martin Luther zum Mönch und später zum Priester geweiht wurde.

Am Venedig trifft der Gera-Radweg wieder auf den Fluss. Dieses inselartige Stadtgebiet erhielt den Namen "Venedig", da sich die Gera hier in mehrere Arme teilt. Brücke Karlstraße Ursprünglich standen hier sieben Mühlen, noch erhalten ist das Wohnhaus der kleinen Petersmühle. Die Flächen zwischen Breitstrom und Schmaler Gera wurden ab 1998 schrittweise zu einer Parkanlage umgestaltet. Diese Parkanlage liegt heute an der Stelle, an der früher die inneren Befestigungsanlagen der Stadt die Gera querten. Mit dem Neubau von zwei Brücken sind neue Wegebeziehungen entlang der Gera und zum Petersberg entstanden.

Der Gera-Radweg führt nun am oder in unmittelbarer Nähe des Flusses - der durch die Vereinigung von Flugraben und Wilder Gera am Nettelbeckufer - auch wieder seinen Namen trägt - nach Norden. Links und rechts finden sich sehenswerte Stadtgebiete aus der Gründerzeit, die als Gegenstück zu den Villen im Süden der Stadt überwiegend für Arbeiter und einfache Angestellte errichtet wurden.

Nördlich daran anschließend liegt der Nordpark. Die größte öffentliche Parkanlage Erfurts wurde erst 1938 endgültig gärtnerisch gestaltet Heiligen Mühle und in den 70er Jahren nochmals um großzügige Wiesenflächen erweitert. Hier lohnt sich auch ein Besuch des 2010 wiedereröffneten und komplett neu gestalteten Nordbades - Thüringens größtes Freibad.
Am Nordpark wechselt der Radweg auf das östliche Ufer. Zu empfehlen ist ein Abstecher zur etwa einen Kilometer entfernten Heiligen Mühle an der Schmalen Gera in Ilversgehofen. Mit großem privaten Engagement wird die einzigartige Perlgraupenmühle mit technischer Ausrüstung aus der Zeit um 1860 erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Park Moskauer PlatzDer Nordpark bildet den Auftakt einer weitläufigen Parklandschaft mit Rast- und Spielplätzen, die bis nach Gispersleben reicht. Es lässt sich nur erahnen, dass sich in unmittelbarere Nähe großstädtische Wohngebiete und Gewerbeflächen befinden. Interessant ist daher die einzige nennenswerte Steigung auf dem Weg zur Unstrut: Von der Brücke über die Straße der Nationen kann man sich einen guten Überblick über das nördliche Stadtgebiet verschaffen.

Karte Etappe 4
Touristinformationen
Erfurt Tourismus und Marketing GmbH
Benediktsplatz 1
99084 Erfurt
0361 / 66400
  Link
  Mail

Interaktiver Stadtplan
Im Internet steht ein Stadtplan mit 4 Maßstabs-ebenen zur Verfügung. Folgender Link führt zum Fahrradstadtplan, über die Funktion "Profilauswahl" können Infos zu anderen Themen aufgerufen werden.
Museen und Sehenswürdigkeiten
An dieser Stelle kann nur eine Auswahl wichtiger Adressen und Öffnungs-zeiten gegeben werden. Umfassende Informationen finden sie unter
  www.erfurt.de und
  http://www.erfurt-tourismus.de.

Thomaskirche 
Auskünfte zu Besichti-gungsmöglichkeiten: Gemeindebüro der Thomasgemeinde
Puschkinstraße 11
99084 Erfurt
0361 / 3456264

Dom St. Marien und Severikirche
Domberg
99084 Erfurt
Dom:
0361 / 6461265,
0361 / 5668961
Severikirche:
0361 / 576960,
  www.dom-erfurt.de.

Zitadelle Petersberg
0361/66400
  Link

Neugotisches Rathaus
Fischmarkt 1
99084 Erfurt
0361 / 6550
Besichtigung Treppenhaus (Wandgemälde) und Festsaal

Predigerkirche
Predigerstraße 4
99084 Erfurt
0361 / 55048484 oder 5626214
  www.predigerkirche.de

Neue Mühle
Schlösserstraße 25a
99084 Erfurt
0361 / 6461059 
  Link

Alte Synagoge
Waagegasse 8
99084 Erfurt
0361 / 6461059 
  Link

Evangelisches Augustinerkloster (Lutherstätte)
Augustinerstraße 10
99084 Erfurt
0361 / 56600, 5766010
  Link

Heiligen Mühle
Historische Graupenmühle und Ausstellungen zu Mühlen
Mittelhäuser Straße 16 
99089 Erfurt-Ilversgehofen
0361 / 733297
  Link 
  Mail
Frei- und Hallenbäder
Direkt an der Strecke liegen im Süden und Norden der Stadt zwei Freibäder:

Dreienbrunnenbad (Freibad)
Hochheimer Straße 36,
99094 Erfurt
0361 / 2252697
  Link

Nordbad Erfurt
Im Nordpark
99094 Erfurt
0361 / 2110267
  Link

Weitere Bademöglichkeiten in Erfurt:

Roland Matthes Schwimmhalle (mit Sauna)
im Sportkomplex Süd
Johann-Seb.-Bach-Str. 6
99096 Erfurt
0361 / 5643530
  Link

Freizeit- und Erholungszentrum Nordstrand
Zum Nordstrand 15
99085 Erfurt
0361 / 7968764
  Link

Schwimmhalle Johannesplatz (mit Sauna)
Friedrich-Engels-Straße 50 (Nähe Nordbahnhof), 
99086 Erfurt
0361 / 5643500
  Link
Radläden und Pannenservice
In der Nähe des Gera-Radweg sowie im weiteren Stadtgebiet finden sich zahlreiche Fahrrad- geschäfte. Nähere Infos erhalten Sie auf dem inter- aktiven Fahrradstadtplan (Werkstattsymbol anklicken) oder über die Tourist-Information:
0361 / 66400
Radverleih
Informationen zu Radverleih, Selbsthilfewerkstatt und weitere Angebote beim ADFC Erfurt
Abstellmöglichkeiten für Räder mit Gepäck