Wir beginnen unsere Radwanderung an der legendären Schmücke direkt am Rennsteig, dem Höhenweg des Thüringer Waldes. Hier verläuft auch der Rennsteig-Radwanderweg, der in die Radtour eingebunden werden kann.
Zu empfehlen ist unbedingt ein Abstecher zum Schneekopf, dem zweithöchsten Berg des Thüringer Waldes mit 978 Metern und einem herrlichen Panoramablick. Der Gipfel ist mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Das Quellgebiet der Wilden Gera liegt unterhalb des Schneekopfs und die Quelle der Zahmen Gera befindet sich am Sachsenstein. Auf dieser ersten Etappe geht es zwischen der Schmücke (916 m) und Geraberg steil bergab. Insgesamt werden 460 Höhenmeter überwunden.
Ab dem Waldgasthaus Mönchhof wird eine Alternativstrecke entlang der Jüchnitz mit einem Gefälle von 5,8 % angeboten, die direkt nach Geraberg und damit wieder auf den Hauptweg führt. Dieser hat ein Gefälle von 7 % und führt vorbei an der Hohen Warte mit einem Aussichtsturm, der einen guten Weitblick in das Geratal ermöglicht.
Vorbei an einigen gefassten Quellen erreichen wir Elgersburg.
Wahrzeichen des Ortes ist die das gleichnamige Schloss Elgersburg, das als Burg erstmals
1139 erwähnt wurde. Die Elgersburg ist eine der schönsten, ältesten und besterhaltensten Burgen Thüringens. Nach vielen wechselnden Besitzern verwaltet sie heute die Gemeinde Elgersburg. Im Sommer
finden auf Schloss Elgersburg zahlreiche Open-Air Veranstaltungen statt. In den kalten Monaten lädt der Grosse Rittersaal zu Kleinkunst und Kultur ein. Die Schlossgalerie zieht mit ihren verschiedenen Ausstellungen Künstler und Gäste von nah und fern an. Die Geschichte Elgersburgs wird seit Anfang des 19. Jh. durch seine Entwicklung zum Kurort bestimmt. 1828 wurde hier die 1. Kaltwasserheilanstalt Deutschlands gegründet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Carl-Eduard-Turm (Aussichtsturm und Gaststätte) auf der "Hohe Warte" (832 m ü. NN) und die "Massemühle". In der 1808 gegründeten Mühle kann der Besucher die bis heute fast unveränderte Tradition der Keramikproduktion und einen bestens erhaltenen Maschinenpark sehen. Besichtigungen sind am Tag des offenen Denkmals (jährlich Anfang September) oder nach Absprache mit der Tourismusagentur möglich.
Das nächste Ziel der Radtour ist Geraberg. Der Ort ist bekannt durch die Thermometerindustrie. Hier wurden über Jahrzehnte Thermometer hergestellt und vertrieben. Heute können wir die Entwicklung des Thermometers im 1. Deutschen Thermometermuseum kennen lernen und nachvollziehen. Ein weiterer Höhepunkt in Geraberg ist das Technische Denkmal "Braunsteinmühle". Sie ist hervorgegangen aus einem Pochwerk um 1885/86, dessen Mahlwerke noch vollständig erhalten sind. Die barocke Kirche "St. Bartholomäus" in der Ortsmitte von Geraberg wurde im Jahre 1750 erbaut und war zu früheren Zeiten die Mutterkirche aller umliegenden Orte. Ein modernes solarbeheiztes Schwimmbad lädt in den Sommermonaten alle Besucher zum Schwimmen und Erholen ein.
Zwischen Geraberg und Angelroda - unweit der Autobahnbrücke - finden wir eine geologische Besonderheit, die "Kammerlöcher" im "Weißenstein". Steil abfallende Felswände, Klüfte und Schluchten zeugen davon, dass hier vor langer Zeit eine hundert Meter lange Scholle vom Bergmassiv abgebrochen ist. Das Gebiet der "Kammerlöcher" ist vom Gera-Radwanderweg zu Fuß zu erreichen. Hierzu sind 130 Höhenmeter zu überwinden. Beim Wandern über den schmalen Rücken ist äußerste Vorsicht geboten. Stellenweise vorhandene Risse im Erdreich zeigen, das der Berg ständig in Bewegung ist.
Angelroda kündigt sich durch den weithin sichtbaren, 26 m hohen Viadukt der Bahnlinie von Arnstadt nach Ilmenau an, die 1879 in Betrieb genommen wurde. Die Schönheiten dieses Landstrichs hatten schon die Freiherrn von Witzleben erkannt, die als Schlossherrn der Elgersburg hier ihren Sommersitz erbauten. Das Schloss selbst wurde 1947 abgerissen, noch vorhanden sind die ehemaligen Wirtschaftsgebäude, in denen 1998 eine Heimatstube eröffnet wurde. Hier kann man sich anhand vieler originaler Gegenstände in die Geschichte des Ortes zurückversetzen. Sehenswert sind auch die Kirche, das Schuhmannshaus und das
Mämpelhaus.






